Schritte der Ausbildung

Propädeutikum

  • Einführungskurs im Erzbischöflichen Priesterseminar Collegium Borromaeum, Freiburg i.Br.
  • Bibelschule an heiligen Stätten

Bibelschule

Unterwegs auf den Spuren Jesu

Auf die propädeutischen Phase in Freiburg i.Br. folgt die neunwöchige Bibelschule im Heiligen Land. Ziel ist, die Heilige Schrift vor einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung im Exegesestudium – auf den Spuren Jesu von Nazareth – an bedeutenden biblischen Orten zu lesen und geistlich zu vertiefen.

Die Lesetage sind relativ gleich strukturiert. Den Rahmen bilden eine gemeinsame Morgenandacht, eine kurze Einführung ins das jeweilige Buch des Tages, die von den Bibelschülern selbst vorbereitet wird, sowie Themenreferate zu verschiedenen biblisch-theologischen Schwerpunkten. Anschließend beginnt die Lesezeit und somit auch das Schweigen, das erst am späten Nachmittag mit einer Austauschrunde im Plenum endet. Pro Tag wird mindestens ein biblisches Buch gelesen. Der Tag klingt in geselliger Runde aus.

Neben den Lesetagen werden Exkusionen zu verschiedenen heiligen christlichen Stätten unternommen: unter anderem Bethlehem, Jerusalem, See Genezareth, Wüste Sinai. Die Begegnung mit den beiden großen Weltreligionen Judentum und Islam bildet einen weiteren Schwerpunkt.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, bedarf die Bibelschule der Mithilfe aller. Vor Ort muss sich der Kurs selbst versorgen und das Notwendigste organisieren.

Den Abschluss, Höhepunkt und gleichzeitig auch das Ende der Bibelschule bildet die Feier der Osterliturgie. Danach beginnt für alle Priesteramtskandidaten das Theologiestudium in ihren Heimatdiözesen.

Propädeutikum

Ausbildungsziele

Dimensionen der Priesterausbildung

Für das Leben und Wirken des Priesters sind eine umfassende Persönlichkeitsentwicklung und die Freude am gelebten Christsein in der katholischen Kirche die Basis erfüllter priesterlicher Existenz. Daher soll die Priesterausbildung pastorale und theologische Kompetenzen vermitteln und zur Formung einer priesterlichen Identität verhelfen. Der Seminarist soll im Priesterseminar

  • menschlich und persönlich reifen,
  • seine persönliche Berufung klären (Vermittlung des Berufsbildes im Sinne des Amts- und Weiheverständnisses der Kirche, realistische Darstellung der Berufswirklichkeit, nüchterne Einschätzung der eigenen Persönlichkeit und der eigenen Fähigkeiten, Läuterung der Berufsmotivation),
  • seine persönliche Gottes- und Christusbeziehung entfalten,
  • im geistlichen Leben und in der Glaubenserfahrung wachsen,
  • eine lebendige Beziehung zur Liturgie und zur Feier der Sakramente entwickeln,
  • einen priesterlichen Lebensstil ausbilden,
  • zur Priesterweihe hingeführt und in den priesterlichen Dienst eingeführt werden.

Das Ziel der Priesterbildung ist der Christ, der aufgrund seiner menschlichen und geistlichen Reife, seiner theologischen Bildung und seiner pastoralen Befähigung geeignet und bereit ist,

der Berufung Gottes zu entsprechen und sich in Weihe und Sendung durch den Bischof für die Kirche als Priester in Dienst nehmen zu lassen in der Lebensform der Ehelosigkeit um des Reiches Gottes willen,
seine menschlichen, geistlichen und beruflichen Fähigkeiten so weiterzuentwickeln, dass er den in der Priesterweihe übernommenen Auftrag Christi an den Mitmenschen in der jeweiligen pastoralen Situation ein Leben lang wahrnehmen kann.
(aus: Die deutschen Bischöfe (Hg.), Rahmenordnung für die Priesterbildung, Bonn 2003, S. 17)

Leben im Priesterseminar

  • Beginn des Studiums der Katholischen Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Beauftragung zum Lektorat

Leben außerhalb des Priesterseminars

Freijahr (Fortführung des Studiums an einer auswärtigen Universität)

Rückkehr ins Priesterseminar

  • Fortführung des Studiums an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Parallel dazu Gemeindepraktikum in einer Bezugspfarrei
  • Beauftragung zum Akolythat
  • Magisterarbeit
  • Kirchlicher Abschluss (Magister Theologiae [Kirchl. Abschluss])

Pastoralkurs

  • Krankenhaus-/Schulpraktikum
  • Admissio
  • Diakonenweihe
  • Diakonatspraktikum
  • Priesterweihe

Pastoralkurs

2. Bildungsphase: Pastoral-praktische Ausbildung

Hinführung zur Priesterweihe und Einführung in Leben und Dienst des Priesters (Pastoralkurs und Kaplanszeit)

Im Bistum Mainz gilt eine Gesamtkonzeption der 2. Bildungsphase, d.h. für die Pastoralausbildung über einen Zeitraum von 7 Jahren: Zwei Jahre Pastoralkurs und 5 Jahre Kaplanszeit. Das bedeutet eine Entlastung des Pastoralkurses insofern, dass nicht alle notwendigen und sinnvollen Ausbildungsinhalte in diese zweijährige Grundausbildungszeit hineingenommen werden müssen.

Für die Ausbildung gilt der Grundsatz: Das wird bearbeitet, erarbeitet und reflektiert, was in der jeweiligen Arbeitsphase wenigstens ansatzweise in der Praxis der Ausbildung und Gemeinde erlebt wird. Dadurch wird vermieden, dass die Kursteilnehmer die Empfindung haben, entweder ihre Universitätsausbildung in irgend einer Weise wiederholen zu müssen, noch über Inhalte sprechend zu müssen, die zum jeweiligen Erfahrungsstand nicht passen. Dies bedeutet, dass nur solche Inhalte in den verschiedenen Lernformen vermittelt werden, die zum jeweiligen Zeitpunkt im Erfahrungsbereich der Teilnehmer liegen.

Unterschieden werden Ausbildungsstränge von Grundqualifikationen und einzelnen Aufgabenfeldern. Unter Grundqualifikationen werden alle jene Fähigkeiten verstanden, die zum Umgang mit einzelnen und Gruppen jedweder Art notwendig sind. Zu diesem Ausbildungsstrang gehören z.B. Gesprächsführungskurse, Gruppenkurse, Kurs Geistliche Begleitung, Supervision u.ä. Einzelne Aufgabenfelder wie Schule, Predigt, Sakramentenpastoral, Ehe- und Familienpastoral usw. bereiten auf spezielle Tätigkeiten vor.

Es gilt der Grundsatz des exemplarischen Lernens. Die Gemeindepastoral oder die Pastoral in den verschiedenen kategorialen Bereichen ist so vielfältig, dass selbst in einer vierjährigen 2. Bildungsphase nicht alle Bereiche entsprechend gewürdigt werden können. Darum wird in einzelnen Projekten exemplarisch gelernt. So dient z.B. das Projekt Erstkommunionvorbereitung dem Lernen im Bereich Gemeindekatechese. Das intensive Lernen im Rahmen der Religionspädagogik der Schule lässt einen entsprechenden Transfer in die Gemeindepastoral erwarten.

Bei allen Ausbildungssträngen und Ausbildungseinheiten ist die Integration von persönlichem, theologischem, spirituellem und pastoral-praktischem Lernen zu beachten.

Die Ausbildungsplanung soll so strukturiert sein, dass die Teilnehmer an der Ausbildung selbst mitarbeiten können. Ziel ist dabei die Stärkung der Eigenständigkeit und Motivation der Teilnehmer: Jeder ist zuerst für seine eigene Ausbildung verantwortlich.
Für die konkrete Planung der einzelnen Ausbildungsjahrgänge bedeutet dies, dass einerseits bestimmte Inhalte vorgegeben sind, dass andererseits aber durch eine möglichst große Flexibilität ein echter Kursprozess über die Jahre hinweg stattfinden kann.
Eine solche Förderung der Eigenständigkeit und der Mitwirkung bringt es mit sich, dass die Ausbildungsleitung sich sowohl persönlich wie auch in der inhaltlichen Gestaltung der einzelnen Ausbildungsjahrgänge auf die jeweiligen Kurse einstellen muss.

Die verschiedenen Lernziele und Lerninhalte werden in unterschiedlichen Lernformen berücksichtigt: Studientage, Studienwochen, Projektarbeit, Supervision, Lernen durch konkreten Vollzug z. B. in Schulen und Gemeindekatechese.

Da nach dem Mainzer Konzept eine sehr große Integration der verschiedenen Berufsgruppen (Priesteramtskandidaten/ Kapläne und zukünftige Pastoralreferenten/innen) vorgesehen ist, bedarf es bei aller Gemeinsamkeit der Berufsgruppen auch der Förderung der Identität der einzelnen Berufsgruppen. Dazu dienen Formen wie Reflexionstage, Konveniats, Tage mit dem Spiritual, Besinnungstage und Exerzitien

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