Der Bischof trägt als Oberhirte des Bistums die Verantwortung für die Priesterausbildung. Gemeinsam mit den Verantwortlichen sorgt er dafür, dass die Priesterkandidaten auf ihrem Weg gut begleitet und auf ihren späteren Dienst in der Kirche vorbereitet werden.
Der Bischof nimmt Anteil am Weg der Priesterkandidaten und trifft sich regelmäßig mit ihnen. In Begegnungen und Gesprächen ist Raum für ihre Erfahrungen und Fragen, für das, was sie auf ihrem Weg bewegt, aber auch für das, was den Bischof bewegt und was er von zukünftigen Priestern erwartet.
Dabei versteht sich der Bischof nicht nur als Verantwortlicher für die Ausbildung, sondern auch als Hirte. Das Zweite Vatikanische Konzil beschreibt ihn als einen, der den Seminaristen ein „wahrer Vater in Christus“ sein soll. Aus dieser Haltung heraus möchte der Bischof die Berufenen ermutigen und ihnen helfen, ihre Berufung immer tiefer zu verstehen und zu leben.
Der Bischof trägt die letztliche Verantwortung für die Ordnung und die Ausrichtung der Priesterausbildung im Bistum. Er sorgt dafür, dass das Ausbildungsprogramm regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird. Auch die Auswahl und Beauftragung der Verantwortlichen in der Ausbildung gehört zu seinen Aufgaben.
Der Regens informiert den Bischof regelmäßig über die Entwicklungen im Priesterseminar und über wichtige Entwicklungen in der Priesterausbildung im deutschsprachigen Raum. In regelmäßigen Dienstgesprächen werden Erfahrungen ausgetauscht und Fragen der Ausbildung besprochen. Bei wichtigen Entscheidungen berät sich der Regens mit dem Bischof.
Die konkrete Gestaltung und Begleitung der Ausbildung liegt beim Regens und beim Seminarkollegium. Der Bischof behält die Priesterausbildung als Ganzes im Blick und steht mit den Verantwortlichen in einem regelmäßigen und vertrauensvollen Austausch.
Die Sorge um geistliche Berufungen ist für den Bischof eine Aufgabe der ganzen Diözese. Er ermutigt das Presbyterium und die Gemeinden, um Berufungen zu beten und jungen Menschen Raum zu geben, ihre eigene Berufung zu entdecken.
Auch die Priesterkandidaten bleiben während ihrer Ausbildung mit ihrem Bistum verbunden. Gemeinsame Gottesdienste und Begegnungen mit dem Bischof machen sichtbar, dass sie Teil der Ortskirche sind und sich auf einen Dienst für die Menschen im Bistum vorbereiten.
So verbindet sich im Dienst des Bischofs Verantwortung für die Priesterausbildung mit persönlicher Begleitung und geistlicher Sorge – mit dem Ziel, junge Männer auf ihrem Weg zu Christus und zu einem priesterlichen Dienst in der Kirche zu unterstützen.
