Pastoralkurs

2. Bildungsphase: Pastoral-praktische Ausbildung

Hinführung zur Priesterweihe und Einführung in Leben und Dienst des Priesters (Pastoralkurs und Kaplanszeit)

Im Bistum Mainz gilt eine Gesamtkonzeption der 2. Bildungsphase, d.h. für die Pastoralausbildung über einen Zeitraum von 7 Jahren: Zwei Jahre Pastoralkurs und 5 Jahre Kaplanszeit. Für die Ausbildung gilt der Grundsatz: Es wird bearbeitet, erarbeitet und reflektiert, was in der jeweiligen Arbeitsphase wenigstens ansatzweise in der Praxis erlebt wird. Dadurch wird vermieden, dass die Kursteilnehmer die Empfindung haben, entweder ihre Universitätsausbildung in irgend einer Weise wiederholen zu müssen, noch über Inhalte sprechend zu müssen, die zum jeweiligen Erfahrungsstand nicht passen. Dies bedeutet, dass nur solche Inhalte in den verschiedenen Lernformen vermittelt werden, die zum jeweiligen Zeitpunkt im Erfahrungsbereich der Teilnehmer liegen.

Unterschieden werden Ausbildungsstränge von Grundqualifikationen und einzelnen Aufgabenfeldern. Unter Grundqualifikationen werden alle jene Fähigkeiten verstanden, die zum Umgang mit einzelnen und Gruppen jedweder Art notwendig sind. Zu diesem Ausbildungsstrang gehören z.B. Gesprächsführungskurse, Gruppenkurse, Kurs Geistliche Begleitung, Supervision u.ä. Einzelne Aufgabenfelder wie Schule, Predigt, Sakramentenpastoral, Ehe- und Familienpastoral usw. bereiten auf spezielle Tätigkeiten vor.

Es gilt der Grundsatz des exemplarischen Lernens. Die Gemeindepastoral oder die Pastoral in den verschiedenen kategorialen Bereichen ist so vielfältig, dass selbst in einer vierjährigen 2. Bildungsphase nicht alle Bereiche entsprechend gewürdigt werden können. Darum wird in einzelnen Projekten exemplarisch gelernt. So dient z.B. das Projekt Erstkommunionvorbereitung dem Lernen im Bereich Gemeindekatechese. Das intensive Lernen im Rahmen der Religionspädagogik der Schule lässt einen entsprechenden Transfer in die Gemeindepastoral erwarten.

Bei allen Ausbildungssträngen und Ausbildungseinheiten ist die Integration von persönlichem, theologischem, spirituellem und pastoral-praktischem Lernen zu beachten.

Die Ausbildungsplanung soll so strukturiert sein, dass die Teilnehmer an der Ausbildung selbst mitarbeiten können. Ziel ist dabei die Stärkung der Eigenständigkeit und Motivation der Teilnehmer: Jeder ist zuerst für seine eigene Ausbildung verantwortlich.
Für die konkrete Planung der einzelnen Ausbildungsjahrgänge bedeutet dies, dass einerseits bestimmte Inhalte vorgegeben sind, dass andererseits aber durch eine möglichst große Flexibilität ein echter Kursprozess über die Jahre hinweg stattfinden kann.
Eine solche Förderung der Eigenständigkeit und der Mitwirkung bringt es mit sich, dass die Ausbildungsleitung sich sowohl persönlich wie auch in der inhaltlichen Gestaltung der einzelnen Ausbildungsjahrgänge auf die jeweiligen Kurse einstellen muss.

Die verschiedenen Lernziele und Lerninhalte werden in unterschiedlichen Lernformen berücksichtigt: Studientage, Studienwochen, Projektarbeit, Supervision, Lernen durch konkreten Vollzug z. B. in Schulen und Gemeindekatechese.

Da nach dem Mainzer Konzept eine sehr große Integration der verschiedenen Berufsgruppen (Priesteramtskandidaten/ Kapläne und zukünftige Pastoralreferenten/innen) vorgesehen ist, bedarf es bei aller Gemeinsamkeit der Berufsgruppen auch der Förderung der Identität der einzelnen Berufsgruppen. Dazu dienen Formen wie Reflexionstage, Konveniats, Tage mit dem Spiritual, Besinnungstage und Exerzitien

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