Geistliches Leben

Geistliches Leben

Heilige Messe

Im Zentrum der Hausgemeinschaft und des Lebens im Priesterseminar steht die Feier der Liturgie in ihren vielfältigen Ausdrucksformen. Täglich versammeln wir uns in der Seminarkirche oder in einer unserer Hauskapellen zur Heiligen Messe – sie ist „Quelle und Höhepunkt christlichen Lebens“, „denn sie enthält ja das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle, Christus selbst, unser Osterlamm und das lebendige Brot“, so das II. Vatikanische Konzil (Presbyterorum ordinis, Nr. 5). In besonderer Weise feiern wir als Kommunität den Sonntag im Priesterseminar oder an Hochfesten und besonderen Anlässen im Mainzer Dom mit unserem Bischof. An Donnerstagen feiern wir die Hl. Messe zusammen mit den Studierenden an der Universität und Katholischen Hochschule.

Betrachtung der Heiligen Schrift

Das Lesen und Vertrautwerden mit der Heiligen Schrift ist unverzichtbarer Bestandteil des priesterlichen Lebens. Daher beginnt im Priesterseminar mit den Puncta zur Schriftbetrachtung jeden Mittwoch der Stille Abend. Der Spiritual gibt in ihnen eine Anregung zu einer Textpassage aus der Heiligen Schrift, welche anschließend jeder für sich meditiert. Das Schweigen und die allgemeine Ruhe im Haus schaffen die äußeren Rahmenbedingungen und bringen den geistlichen Charakter des Stillen Abends zum Ausdruck. Am Samstagnachmittag kommen wir vor der Vesper zu einem Schriftgespräch zusammen, um das Sonntagsevangelium zu betrachten und uns geistlich auszutauschen.

Stundengebet

Mit der Diakonenweihe verspricht der Weihekandidat, regelmäßig das Stundengebet „für das ganze ihm anvertraute Volk, ja für die ganze Welt“ zu verrichten (Presbyterorum Ordinis, Nr. 5). Da dies einer besonderen Einübung bedarf, werden die Priesteramtskandidaten während ihrer Ausbildungszeit schrittweise zum gemeinschaftlichen Gebet der Laudes, Sext, Vesper und Komplet herangeführt.

Spiritualitätsabend

Alle zwei Wochen trifft sich jeder Kurs mit dem Spiritual, um thematisch zu arbeiten. Schwerpunkthemen sind unter anderem eine Hinführung zu den verschiedenen Formen des Gebets und zur Heiligen Schrift, priesterlichen Lebensform und geistlichen Unterscheidung. Dabei dienen vor allem Texte großer Theologen und Heiliger als Grundlage.

Geistliche Begleitung

Auf dem Weg zum Priestertum begegnen in der Auseinandersetzung mit dem Glauben und sich selbst Fragen, Probleme und Erfahrungen. Diese gilt es mit seinem geistlichen Begleiter persönlich und intern zu besprechen. Jeder Seminarist sucht ihn hierfür regelmäßig auf. Mit diesem sollte der Seminarist über alles reden können, was ihn beschäftigt; der geistliche Begleiter wird ihm auf dem Weg zum Priestertum stets vertrauensvoll zur Seite stehen. Darüber hinaus ist es möglich, bei seinem geistlichen Begleiter das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Exerzitien, persönlicher Besinnungstag, Buße

„Regelmäßige Lebensüberprüfung, Besinnungstage und Exerzitien vertiefen das Leben in der Gegenwart Gottes und helfen zur Umkehr in den verschiedenen Formen christlicher Buße, unter denen das Bußsakrament den ersten Platz einnimmt. Der Priester braucht Zeiten der Besinnung und Erneuerung, aber auch der Erholung und Entspannung, damit er weder dem Aktivismus noch der Resignation verfällt, sondern durchdringt zu einer inneren Einheit von Gebet und Alltag, pastoralem Einsatz und persönlicher Frömmigkeit (vgl. Die pastoralen Dienste, 5.5.1). In der Verehrung der Heiligen, vor allem der Gottesmutter Maria, findet er starke Impulse und Hilfen für sein geistliches Leben und steht so in Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern, die in Christus schon ihre Vollendung gefunden haben.“ (aus: Die deutschen Bischöfe (Hg.), Rahmenordnung für die Priesterbildung, Bonn 2003, S. 23f.)

Eucharistische Anbetung

Beten heißt, sich Gott in Liebe und Geduld auszusetzen, ihm seine Zeit zu schenken, für sein „sanftes Säuseln“ (1 Könige 19,12) aufmerksam zu werden, um mit ihm in ein Gespräch zu kommen. Daher ist auch die Eucharistische Anbetung eine wichtige Stütze geistlichen Lebens, die im Priesterseminar eingeübt und praktiziert werden soll. Besonders beten wir in der Ausgustinerkirche an jedem ersten Donnerstagabend im Monat gemeinsam vor dem ausgesetzten Allerheiligsten um geistliche Berufungen.

Besondere Gottesdienste im Kirchenjahr:

  • Maiandachten
  • Beauftragungen zum Lektorat und Akolythat, Admissio
  • Vigil am Vorabend des Hochfestes der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria
  • Novene vor Weihnachten

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