Propädeutikum

Propädeutikum

Zu Beginn der Priesterausbildung und noch vor Beginn des Theologiestudiums steht für die Priesteramtskandidaten der Diözesen Freiburg, Mainz und Essen der Vorkurs (Propädeutikum) an. Dieses ein halbes Jahr dauerndes Einführungssemester findet Erzbischöflichen Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg i.Br. statt und endet mit der Bibelschule im Heiligen Land

In der ersten Phase des Propädeutikums statt werden die Neueinsteiger nach einer intensiven Kennenlernwoche in das geistliche Leben und die kirchliche Liturgie eingeführt. Gleichzeitig werden sie für ein paar Tage pro Woche in einer sozial-karitativen Einrichtung der Umgebung eingesetzt – im Altenheim, Krankenhaus, Gefängnis, in der Behindertenwerkstatt, Psychiatrie, Bahnhofsmission oder Obdachlosenhilfe. Durch dieses Sozialpraktikum soll die Verbindung zwischen Gottesdienst und Dienst an den Menschen deutlich werden. Dazu gehören sowohl positive und erfreuliche, aber auch negative, unangenehme, bedrückende oder bewegende Erlebnisse.

Außerdem stellt der Spiritual verschiedene Gebetsformen vor, die gemeinsam eingeübt werden. Es soll auch gelernt werden, Gottesdienste, Mittagsgebete und Tischgebete vorzubereiten sowie geistliche Gespräche durchzuführen. In den letzten Wochen der propädeutischen Phase in Freiburg bereitet sich jeder thematisch auf die Bibelschule vor.

Die Ausbildungselemente des Propädeutikums lassen sich folgendermaße zusammenfassen:

  • Mitbrüderliches Leben in der Gemeinschaft
  • Einführung in das geistliche Leben und die Feier der Liturgie
  • Sozialpraktikum in einer sozial-caritativen Einrichtung
  • Kennenlernen und Einüben unterschiedlicher Spiritualitätsformen
  • Einführung in persönliches Gebet und Schriftlesung
  • Exerzitien im Alltag
  • Einführung in Liturgie und Kirchenmusik
  • Stimmbildung
  • Zweimonatige Bibelschule im Heiligen Land

Drei Dimensionen bestimmen die Priesterausbildung und werden im Propädeutikum grundgelegt:

  • Geistliches Leben und menschliche Reifung: „Die propädeutische Phase bietet eine erste Einführung in das geistliche Leben und die Teilnahme an der Liturgie, Erfahrungen im Gebet, Vertiefung im bewusstem Empfang der Sakramente sowie Reflexion der eigenen Biografie zu einer besseren Klärung und Vertiefung der eigenen Motivationen für die Entscheidung zum Priestertum.“
  • Theologische Bildung: „Ist die propädeutische Phase zwar dem eigentlichen akademischen Studium vorgelagert, so enthält sie dennoch Elemente theologisch wissenschaftlicher Grundlegung, beispielsweise in der Vertiefung des Verständnisses der Sakramente oder in einem Grundkurs des Glaubens…“
  • Pastorale Befähigung: „Im Rahmen der propädeutischen Phase sind einzelne soziale und pastorale Einsätze der Kandidaten zur verstärkten Wahrnehmung der realen Lebenssituation der Kirche möglich.“
    (aus: Die deutschen Bischöfe (Hg.), Rahmenordnung für die Priesterbildung, Bonn 2003, S. 32f.)

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