Was ist Berufung?

Beruf und Berufung

Priestersein ist nicht nur ein Job mit klaren, festen Arbeitszeiten und einem 8-Stunden-Tag. Wer Priester wird, steht mit seiner ganzen Person für seinen Glauben an Gott ein und das rund um die Uhr. Daran wird er gemessen. Deshalb braucht es eine tiefere Motivation als nur die, Geld zu verdienen. Wir nennen das Berufung. Ein Mensch fühlt sich in besonderer Weise von Gott angesprochen. Das setzt natürlich voraus, dass er eine feste Beziehung zu Gott hat. Berufung meint also mehr als Beruf: Sie ist die Einstellung, mit der ich meinen erlernten Beruf ausführe. Sie ist die innere Grundhaltung, aus der heraus ich das Leben gestalte. Das gilt nicht nur für den Priester, sondern für alle Getauften. Dazu finden Sie unten mehr.

Woher weiß ich aber, welcher Berufung ich nachgehen soll? Und wie erkenne ich das? Darum geht es auf der Seite „Wie erkenne ich meine Berufung?

Berufung ist Beziehung

Berufung: dabei denken manche, dass Gott ihnen eine bestimmte Aufgabe überträgt, die sie erfüllen müssen, wenn das Leben gelingen soll. Das ist nur bedingt richtig. Denn Berufung meint nicht, dass jemand eine Arbeit zugeteilt bekommt. Sie ist das Angebot einer Beziehung.

Berufung: Von Anfang an

Berufung fängt laut der Heiligen Schrift schon bei der Schöpfung an: „In Christus hat Gott uns erwählt vor der Erschaffung der Welt“, schreibt der Apostel Paulus. Gott ruft uns als sein Abbild ins Leben, weil er uns liebt. Das bedeutet auch, der Mensch ist gerufen, Gott mit seiner Liebe zu antworten. In diesem Sinne spricht das 2. Vatikanische Konzil von der „allgemeinen Berufung zur Heiligkeit“ (Lumen Gentium 39-42), und meint damit ein christliches Leben, ein Leben mit Gott, eine Beziehung zu und mit Gott.

Berufung: In Gemeinschaft mit dem Sohn

Für die Christen wird dies konkret in der Taufe gefeiert. Sie stellt den Getauften in die Nachfolge Jesu Christi, der wie kein anderer vor und nach ihm von Gott gesprochen hat. Jesus wurde nämlich gesandt, um uns den Weg zu Gott zu zeigen Berufung bedeutet, in Verbindung mit Jesus Christus zu leben und ihn heute mit meinen Gaben und Talenten für andere erfahrbar zu machen.

Berufung: Als Zeuge Jesu befähigt durch den Geist

Jesus hat seinen Jüngern den Heiligen Geist gesandt. Der Geist Gottes befähigt die Getauften, heute Zeugen Jesu Christi zu sein. Der Geist ist gleichzeitig die Kraft, die alle zu einer Gemeinschaft führt, in der sie ihre Gaben und Talente für die Gemeinschaft fruchtbar machen können: „Die Reife eines Menschen zeigt sich am deutlichsten an dem Dienst, den er in der Gemeinschaft leistet.“ (Pedro Arrupe)

Berufen gegen die Not

Die biblischen Berufungserzählungen machen deutlich, dass Gott Menschen beruft, um auf eine konkrete Notlage zu antworten, z.B.

  • soll Abraham Vater eines neuen Volkes werden. Mit ihm fängt Gott nach dem Turmbau von Babel neu an.
  • wird Mose berufen, um das Volk Israel aus der Sklaverei zu retten.
  • müssen die Propheten das Volk warnen: Es soll sein Verhalten ändern, weil es so nicht weitergehen kann.
  • bringt Maria den Sohn Gottes zur Welt, durch den wir alle erlöst sind.Wer also heute nach seiner Berufung sucht, der frage sich, durch welche Not der Menschen und der Kirche er sich herausgefordert fühlt. Wer beispielsweise einen sozialen Beruf ergreift, um sein Christsein zu leben, stellt sein Leben in den Dienst armer und kranker Menschen. Wer Priester wird oder einen kirchlichen Beruf ergreift, möchte Gott den Menschen nahe bringen und ihnen so helfen, in ihm Halt und Sinn fürs Leben zu finden. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die eigene Beziehung zu Gott zu leben.

Vgl: In Verbo tuo 13-18.

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