Bewerbung und Aufnahme

Der erste konkrete Schritt

Der Gedanke, Priester zu werden, kann lange wachsen. Irgendwann stellt sich die Frage: Wie kann ich diesen Weg konkret beginnen?

Am Anfang steht das persönliche Gespräch mit dem Regens. Eine Bewerbung für die Priesterausbildung ist deshalb mehr als ein formaler Vorgang. Sie bietet die Möglichkeit, die eigene Motivation kennenzulernen, Fragen zu stellen und gemeinsam zu prüfen, ob der Weg ins Priesterseminar der richtige nächste Schritt ist.

Was dich im Bewerbungsverfahren erwartet

Im Bewerbungsverfahren geht es darum, dich als Person kennenzulernen. Deine bisherige Lebensgeschichte, deine Erfahrungen mit Glaube und Kirche, deine Vorstellungen vom priesterlichen Dienst und deine persönlichen Fähigkeiten spielen dabei eine Rolle.

Ebenso wichtig ist die Frage, ob du bereit bist, dich auf einen Weg der persönlichen und geistlichen Entwicklung einzulassen. Niemand muss zu Beginn „fertig“ sein. Priesterausbildung ist gerade deshalb ein Wachstumsweg.

Erwartet wird aber die Bereitschaft, sich ehrlich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sich auf den Ausbildungsweg einzulassen und Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen.

Eignung gemeinsam prüfen

Die Entscheidung über die Aufnahme wird nicht allein aufgrund eines einzelnen Gesprächs oder einer einzelnen Einschätzung getroffen. Die Verantwortlichen der Priesterausbildung beziehen unterschiedliche Perspektiven und – wo sinnvoll – fachliche Einschätzungen ein.

Dazu gehört beispielsweise eine psychologische Standortbestimmung. Sie dient dazu, die persönliche Situation besser zu verstehen und Ressourcen wie auch mögliche Entwicklungsfelder wahrzunehmen. Sie ersetzt jedoch nicht die persönliche Verantwortung der Verantwortlichen für die Aufnahmeentscheidung.

Was du mitbringen solltest

Wer in die Priesterausbildung aufgenommen wird, sollte grundsätzlich die menschlichen, geistlichen, sittlichen und intellektuellen Voraussetzungen für diesen Weg mitbringen. Dazu gehört auch eine ausreichende körperliche und psychische Stabilität.

Von Bedeutung ist außerdem eine erste bewusste Entscheidung, den Weg zum Priestertum ernsthaft zu prüfen. Dazu gehört die Bereitschaft, sich auf die Lebensform des Priesters einzulassen und insbesondere die zölibatäre Lebensform kennenzulernen und zu erproben.

Kein Weg von der Stange

Menschen kommen mit sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten in die Priesterausbildung. Manche beginnen direkt nach der Schule, andere nach einem Studium oder einer Berufsausbildung. Manche haben bereits längere Erfahrungen im kirchlichen Engagement gesammelt.

Deshalb wird auch der Ausbildungsweg individuell betrachtet. Vorhandene Studienleistungen, berufliche Erfahrungen und persönliche Reife können berücksichtigt werden. Entscheidend ist, dass am Ende alle notwendigen Dimensionen der Priesterausbildung angemessen miteinander verbunden sind.

Eine Entscheidung auf Zeit – und für das Leben

Die Aufnahme ins Priesterseminar bedeutet nicht, dass bereits alle späteren Entscheidungen feststehen. Die Ausbildung ist selbst eine Zeit der Unterscheidung. Erfahrungen, Gespräche und Gebet können die ursprüngliche Entscheidung bestätigen, vertiefen oder auch zu einer anderen Entscheidung führen.

Dabei hilft dir die geistliche Begleitung, deine Beziehung zu Gott, deine Motivation und deine Berufungsfrage im Licht des Glaubens zu betrachten.