Externitas

Die Externitas – neue Perspektiven gewinnen

Ein besonderer Abschnitt der Priesterausbildung ist die sogenannte Externitas. Nach einer ersten Phase des Studiums verlässt der Priesterkandidat für zwei Semester das vertraute Seminarumfeld und studiert an einem anderen Ort.

Dabei verändert sich mehr als nur der Studienort. Der Alltag wird eigenständiger und verlangt, Studium, Gebet, Beziehungen, Freizeit und persönliche Verantwortung selbst miteinander zu verbinden. Gerade darin liegt eine besondere Chance dieser Ausbildungsphase.

Einen anderen Ort kennenlernen

Die Externitas eröffnet die Möglichkeit, eine andere Hochschule, eine neue Stadt oder auch ein anderes Land kennenzulernen. Neue Menschen, andere Studienbedingungen sowie eine veränderte kirchliche und gesellschaftliche Umgebung erweitern den eigenen Horizont.

Wer beispielsweise im Ausland studiert, lernt eine andere Kultur und kirchliche Realität kennen und kann zugleich seine Sprachkenntnisse vertiefen. Aber auch ein Ortswechsel innerhalb Deutschlands kann neue Perspektiven auf Kirche, Gesellschaft und das eigene Leben eröffnen.

Eigenständig leben und die Berufung prüfen

Während der Externitas gibt es weniger äußere Strukturen als im Seminar. Der Tagesablauf muss stärker selbst gestaltet werden. Die eigene Motivation und das geistliche Leben sollen auch dann tragen, wenn der vertraute Rahmen des Seminars nicht unmittelbar vorhanden ist.

Die Externitas ist deshalb keine Auszeit von der Priesterausbildung, sondern ein wesentlicher Teil davon. Sie bietet die Möglichkeit, die eigene Berufung unter den Bedingungen eines selbstständigen Alltags weiter zu prüfen und persönlich zu reifen.

Eigene Schwerpunkte setzen

Die konkrete Gestaltung der Externitas wird gemeinsam mit den Verantwortlichen der Ausbildung geplant. Neben dem eigentlichen Studiengang können dabei auch persönliche Interessen und mögliche zukünftige pastorale Schwerpunkte berücksichtigt werden. So kann die Zeit beispielsweise dazu dienen, eine zusätzliche Fachrichtung kennenzulernen, eine Sprache zu vertiefen oder ein bestimmtes Thema intensiver zu studieren.

Auch während der Externitas bleibt der Priesterkandidat mit seiner Diözese und den Verantwortlichen der Ausbildung verbunden. Gespräche und geeignete Formen der Begleitung helfen dabei, die Erfahrungen vor Ort einzuordnen und für den eigenen Weg fruchtbar zu machen.

Zurück nach Mainz

Am Ende der Externitas werden die Erfahrungen gemeinsam ausgewertet: Was hat mich wachsen lassen? Was hat mich herausgefordert? Und trägt meine Berufung auch unter den Bedingungen eines selbstständigen Lebens?

Nach der Externitas kehrt der Priesterkandidat nach Mainz zurück und setzt dort sein Theologiestudium fort, um den Abschluss Magister Theologiae zu erwerben. Direkt vor oder nach der Externitas ist ein Gemeindepraktikum vorgesehen.

So verbindet die Externitas Studium, persönliche Reifung und Berufungsprüfung und eröffnet einen neuen Blick auf den eigenen Weg zum Priestertum.